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Wer kann Privatinsolvenz anmelden und kann man das selbst machen?

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Das Insolvenzrecht ermöglicht die Privatinsolvenz für natürliche Personen, die zahlungsunfähig sind. Jeder, der seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, kann grundsätzlich Privatinsolvenz anmelden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Schulden aufgrund unvorhergesehener Lebensumstände, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder anderer Ursachen entstanden sind.

Zutreffend ist das Privatinsolvenzverfahren aber auch für ehemals Selbstständige, die nicht mehr als 19 Gläubiger haben und keine Schulden aus Arbeitsverhältnissen.
Andernfalls ist für Sie das Regelinsolvenzverfahren zutreffend.

Um die Privatinsolvenz zu beantragen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Schuldner muss zahlungsunfähig sein, das heißt, er kann fällige Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen. Vor Einleitung des Insolvenzverfahrens ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern erforderlich und Sie benötigen eine Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs bzw. Vergleichs.
Diese Bescheinigung können nur Rechtsanwälte und Schuldnerberatungen ausstellen.

Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie die Privatinsolvenz eigenständig beim örtlich zuständigen Insolvenzgericht beantragen.
Den Insolvenzantrag können Sie selbst ausfüllen. Dieser ist sehr umfangreich und es ist wichtig, dass alle Angaben richtig und vollständig sind.
Nach 2 bis 4 Wochen wird das Insolvenzgericht sich bei Ihnen melden und Ihnen einen Insolvenzverwalter zuweisen. Dieser ist dann Ihr Ansprechpartner während des Insolvenzverfahrens.

Obwohl es grundsätzlich möglich ist, die Privatinsolvenz ohne anwaltliche Hilfe zu beantragen, ist es jedoch ratsam, sich vorher gründlich zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.