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Wie funktioniert ein Vergleich mit den Gläubigern? (Gläubigervergleich)

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Für den außergerichtlichen Einigungsversuch (Gläubigervergleich) empfiehlt es sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie sollten z.B. einen Anwalt oder eine Schuldnerberatung aufsuchen. Gerade bei den Verhandlungen mit den Forderungsinhabern  (Gläubiger) besteht dann eine höhere Chance auf Erfolg. Aber, und das ist wichtig, Sie können den Vergleich auch selbst durchführen.

Was sind die ersten Schritte im außergerichtlichen Einigungsversuch?

Als Erstes müssen Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wer offene Forderungen gegen Sie hat und wie hoch die jeweiligen sind. Es ist wichtig, dass Sie keinen Forderungsinhaber vergessen.

Des Weiteren benötigen Sie eine genaue Aufstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Dafür sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen. Am besten schreiben Sie einen Monat alle Ihre Ausgaben genau auf (auch die Kleinstbeträge). Sie müssen unbedingt auch die unregelmäßigen Ausgaben, wie z.B. Versicherungen, Beitragsservice und Kleidung berücksichtigen. Die Zahlungen, die Sie an Ihre Gläubiger leisten müssten, lassen Sie dabei außen vor. Anhand dieser Aufstellung können Sie dann sehen, welchen Betrag Sie für die Schuldenbereinigung zur Verfügung stellen können.

Was passiert bei der ersten Kontaktaufnahme? 

Im ersten Schreiben, fordern Sie die Gläubiger auf, Ihnen eine aktuelle Forderungsaufstellung zu überlassen. Die Aufstellung muss untergliedert sein in Hauptforderung, Kosten (wie z.B. Mahngebühren) und Zinsen. Die Untergliederung ist für die weiteren Verhandlungen wichtig.

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Nachdem Sie einen genauen Überblick über die Höhe Ihrer Schulden haben und auch genau wissen, wie viel Geld Ihnen zum begleichen Ihrer Schulden (monatlich oder als Einmalzahlung) zur Verfügung steht, geht es ans Verhandeln. Erstellen Sie jetzt einen sogenannten Schuldenbereinigungsplan. Dieser kann als Einmalzahlung oder Ratenzahlung erstellt werden.

Erhalten Sie eine Ablehnung oder ein Gegenangebot, können Sie nachverhandeln. Stimmen alle dem Schuldenbereinigungsplan zu und halten Sie selbst die getroffenen Vereinbarungen ein, sind Sie nach Ende der zugesagten Zahlungen schuldenfrei.

Sobald ein Gläubiger den Schuldenbereinigungsplan endgültig ablehnt, gilt der Versuch der außergerichtlichen Einigung als gescheitert. In diesem Fall bleibt Ihnen noch die Möglichkeit, einen Antrag auf Insolvenz zu stellen. Allerdings muss dann die Schuldenbereinigung von einer Schuldnerberatung oder einem Anwalt durchgeführt werden. Nur diese dürfen die Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs (Gläubigervergleich) ausstellen. Die Scheiterbescheinigung benötigen Sie für den Insolvenzantrag. Den Insolvenzantrag selbst können Sie wieder selbst ausstellen und bei dem zuständigen Amtsgericht einreichen.