Was ist in der Wohlverhaltensperiode zu beachten?

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Die Wohlverhaltensperiode beginnt mit der Eröffnung des Privatinsolvenzverfahren und beide haben zusammen eine Laufzeit von höchstens 6 Jahren.  Wenn der Schuldner in einer Frist von 3 Jahren 35% seiner Schulden und die Kosten des Insolvenzverfahrens leisten kann, soll die Wohlverhaltensphase auf 3 Jahre verkürzt werden. Kann der Schuldner in einer Frist von 5 Jahren die Kosten des Verfahrens zahlen, wird die Wohlverhaltensphase auf 5 Jahre verkürzt. Hält der Schuldner bestimmte Regeln ein, wird ihm nach Ablauf der Frist vom Insolvenzgericht die Restschuldbefreiung erteilt.

Sobald das vereinfachte Insolvenzverfahren und somit auch die Verwertung des pfändbaren Vermögens abgeschlossen sind, muss der Insolvenzverwalter hauptsächlich nur noch das pfändbare Einkommen vom Schuldner einziehen.
Hierfür bemüht der Insolvenzverwalter, in der Regel, den Arbeitgeber. Dieser muss den pfändbaren Teil des Einkommens, gleich an den Insolvenzverwalter überweisen. Auf welche Höhe sich dieser beläuft, erfahren Sie in der Pfändungstabelle.

Von dem eingezogenen pfändbaren Einkommen werden, sofern dem Schuldner eine Stundung der Kosten erteilt wurde, als Erstes die Verfahrenskosten beglichen. Erst wenn die Verfahrenskosten beglichen sind, wird Geld an die Gläubiger ausgezahlt.

Bei einer Laufzeit der Insolvenz von 6 Jahren, wird ab dem 5. Jahr der Wohlverhaltensperiode ein sogenannten Motivationsrabatt gewährt. Im 5. Jahr erhält der Schuldner 10% und im 6 Jahr 15% des pfändbarem Einkommen vom Insolvenzverwalter zurück. Voraussetzung hierfür ist, dass die Verfahrenskosten bereits beglichen sind.

Während der Wohlverhaltensperiode darf der Schuldner auch wieder Vermögen aus dem pfändbaren Einkommen erzielen. Auch Schenkungen oder Rückerstattungen von Finanzamt (vorausgesetzt es liegen keine Schulden beim Finanzamt vor) darf der Schuldner in voller Höhe behalten.

Gläubigerbenachteiligung

Wenn Sie sich im Insolvenzverfahren befinden dürfen Sie keine Zahlungen an einen Ihrer Gläubiger leisten. Wenn Sie dies tun, liegt eine Gläubigerbenachteiligung vor.

Sollte einer der anderen davon erfahren, kann er dies gegen Sie verwenden.

Sollte jemand versuchen Zahlungen von Ihnen zu erhalten obwohl Sie bereits Privatinsolvenz beantragt haben, geben Sie dies  Insolvenzverwalter weiter. Leisten Sie aber keine Zahlung!
 

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