Privatinsolvenz = Kann ich trotz Privatinsolvenz auswandern?

auswandern ist erst nach Beantragung der Insolvenz möglich

Ja und nein! Es kommt darauf an, ob Sie erst Privatinsolvenz beantragen möchten oder ob Sie sich bereits in der Wohlverhaltensperiode befinden.

Antwort, nein:

Wenn Sie einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen wollen, müssen Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung einen Wohnsitz in Deutschland haben. Das heißt, Sie müssen erst alles in die Wege leiten und den Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht einreichen, wenn Sie über ein Insolvenzverfahren in Deutschland Ihre finanzielle Situation wieder ordnen möchten.

Antwort, ja:

Wenn Sie den Antrag auf Privatinsolvenz beim Amtsgericht eingereicht haben und das Verfahren eröffnet wurde, können Sie auswandern. Aber Achtung:  auch wenn Sie auswandern müssen Sie Ihren Pflichten gegenüber dem Treuhänder oder den Insolvenzverwalter nachkommen. Informationen zu Ihren Pflichten während des Insolvenzverfahrens und der Wohlverhaltensperiode finden Sie unter Restschuldbefreiung.

Empfehlung:
Wenn Sie auswandern, sollten Sie unbedingt eine rechtliche Vertretung in Deutschland haben. Nur so können Sie gewährleisten, dass Sie Ihrer Mitwirkungs- und Auskunftspflicht auch wirklich nachkommen. Sie müssen bedenken, dass der Treuhänder Sie jeder Zeit in sein Büro bestellen kann.