Inkassounternehmen sind sehr kreativ und oft hohen Druck auf den Schuldner aus.

Inkassounternehmen und Ihre Arbeitsweise

Inkassounternehmen und Gläubiger

Inkassounternehmen werden immer mehr in Anspruch genommen. Das hat auch seinen guten Grund. Einerseits kommt der gute Name der Firma nicht in Verruf und zum anderem spart der Gläubiger viel Arbeit und Kosten.

Wenn ein Unternehmen eine eigene Inkassoabteilung hat, entstehen für das Unternehmen Kosten (für Personal usw.), wird die Forderungseinholung hingegen an ein Inkassounternehmen abgegeben, werden die Kosten dem Schuldner auferlegt. Die Unternehmen sparen somit einfach Geld. Zum großen Teil vertreten Inkassounternehmen Versandhäuser, aber mittlerweile nehmen auch Banken zunehmend die Dienste von den Inkassounternehmen in Anspruch.

Die Arbeitsweise der Inkassounternehmen ist für den Schuldner oft undurchsichtig. Wenn ein Brief von einem Inkassounternehmen kommt, weiß man, irgendeiner will Geld von mir. Der Brief wird geöffnet: welches Unternehmen hat das Inkasso beauftragt. Das ist das, was jeder versteht. Wenn man aber den Brief öffnet und liest: wir Inkasso ... haben die Forderung von Firma ... gekauft, dann guckt man in der Regel erst einmal nicht schlecht. Jetzt haben Sie keine Schulden mehr bei der Firma ... aber dafür bei dem Inkassounternehmen und die Forderungssumme ist auch gleich höher, weil als erstes eine Bearbeitungsgebühr dazu gekommen ist.

Inkassounternehmen verstehen

Einige Inkassounternehmen stiften auch gerne Verwirrung. Dies tun Sie, indem Sie erst einmal von Ihnen angeschrieben werden. Jetzt glauben Sie, dass dieses Inkassounternehmen (wir nennen es mal A) ein bestimmtes Unternehmen (in Ihrer Sache) vertritt. Nach ca. zwei Wochen erhalten Sie Post von einem anderen Inkassounternehmen (dieses nennen wir B), dieses teilt Ihnen mit, dass das Inkassounternehmen (A) den Auftrag an das Inkassounternehmen (B) übertragen hat. Jetzt ist also B für Sie zuständig.

Da Sie aber Ihre finanzielle Situation wieder ordnen möchten und eine Schuldnerberatung aufgesucht haben, teilen Sie der Schuldnerberatung die Anschrift vom Inkassounternehmen B mit. Die Schuldnerberatung setzt sich mit B in Verbindung und schau einer an, Sie erhalten vom Inkassounternehmen B Post das jetzt wieder A oder sogar der Gläubiger selbst für Sie zuständig ist. Das Beste an diesem ganzen Durcheinander ist, dass die Inkassounternehmen manchmal selbst nicht mehr durchsehen.

Arbeitsweise der Inkassounternehmen

Bevor sich ein Inkassounternehmen bei Ihnen meldet, erhalten Sie in aller Regel erst einmal eine Mahnung. Wenn Sie die Forderung des Unternehmens längere Zeit nicht begleichen können, wird die Forderung an ein Inkasso gegeben. Jetzt möchte der Inkassodienst sich mit Ihnen "einvernehmlich einigen". Das heißt, das Inkassounternehmen bietet Ihnen eine Ratenzahlung an. Natürlich wird nicht danach gefragt, was Ihnen möglich ist, dazu hätte man ja erst einmal mit Ihnen reden müssen. Was aber sicher ist, für dieses Zahlungsangebot zahlen Sie eine kräftige Inkassogebühr.

Wenn Sie sich auf dieses Angebot einlassen, kommt es bei einigen Inkassounternehmen vor, dass Sie immer mal wieder angeschrieben werden, weil das Inkassounternehmen noch wissen möchte, wo Sie arbeiten und bei welcher Bank sie Ihr Konto haben. Wenn Sie dann nach einiger Zeit bei dem Inkassounternehmen nachfragen wie hoch die Forderung noch ist, kann es passieren, dass Ihnen der Schreck in die Glieder fährt. Gerade wenn sie kleine Raten vereinbart haben, kommt es immer wieder vor, dass die Forderung noch gar nicht beglichen ist. Sie haben bis jetzt nur Kosten (für dieses und jenes) und Zinsen auf die Hauptforderung gezahlt und natürlich die Kosten für das Inkassounternehmen. Manchmal kann es auch passieren, dass die Forderungssumme, trotz gezahlter Raten, plötzlich höher ausfällt, wie zu dem Zeitpunkt als Sie angefangen haben zu zahlen.

Im Zusammenhang mit einem Ratenzahlungsangebot versuchen Inkassounternehmen auch, Sie dazu zu bringen, ein Schuldanerkenntnis zu unterschreiben. Dies ist unvorteilhaft und zwar für Sie. Über diese Stolperfalle können Sie hier nachlesen.

Hausbesuche von Inkassomitarbeitern

Einige der großen Inkassounternehmen lassen durch Ihren Außendienst Hausbesuche durchführen. Das hat den Vorteil für das Inkassounternehmen, dass sich mehr Menschen unter Druck setzen lassen und manchmal auch Ratenzahlungsangebote unterschreiben, obwohl sie es sich gar nicht leisten können. Auch werden von den Inkassounternehmen bei den Hausbesuchen auch Teilzahlungsangebote unterbreitet. Das klingt gut. Aber wenn Sie gerade so über die Runden kommen und mehr als die eine Forderung haben, wie wollen Sie denn noch die Anderen bezahlen?

Grundsätzlich haben sie das Recht festzulegen, was von Ihren Schulden bezahlt werden soll!

Wenn Sie Zahlungen an ein Inkassounternehmen leisten, sollten Sie darauf bestehen, dass als erstes die Hauptforderung beglichen wird. Auf diese fallen nämlich Zinsen an und diese kommen auf die Gesamtorderung wieder oben drauf. So das es natürlich länger dauert bis Sie Ihre Schulden beglichen haben. Durch die Zinsen, die jeden Monat dazu kommen, müssen Sie insgesamt mehr zurückzahlen.

Telefonanrufe von Inkassomitarbeiter

Es kommt auch vor, dass Inkassodienste sich telefonisch bei Ihnen melden. Was ja nicht schlimm ist und manchmal auch hilfreich sein kann. Allerdings kommt es bei einigen Inkassos auch zu unangenhemen Anrufen. An dieser Stelle ist es von Vortei,l wenn Sie bereits von einer Schuldnerberatung und/oder einem Anwalt vertreten werden. Schaffen Sie gleich klare Verhältnisse. Teilen Sie mit, wer Sie in dieser Angelegenheit vertritt und stellen Sie klar, dass das Inkasso sich an Ihren Vertreter zu wenden hat! Dann hören die Anrufe in aller Regel auf.